Was ist der Islam?

grundlagen islam Jun 29, 2022
qoran

In diesem Blogartikel sollen die Grundlagen der islamischen Lehre sowie die Weisheit hinter diesen Grundlagen behandelt werden. Dazu werden zunächst einmal die Begriffe „Islam“ und „Muslim“ näher erläutert. Später wird auf die Geschichte sowie auf die Allgemeingültigkeit der islamischen Glaubensinhalte eingegangen.

Der Islam

Das Wort „Islam“ stammt aus dem arabischen und ist ein verbalisiertes Nomen des Verbes „aslama“, was so viel bedeutet wie „unterwerfen“ oder „sich hingeben“. Genauer gesagt steht das Verb „aslama“ in der Vergangenheitsform. Bezieht man diese Bedeutung auf Allah, so ergibt sich die Bedeutung „er hat sich Gott unterworfen“ oder „er hat sich Gott hingegeben“. Der Name „Islam“ für die Religion Allahs stammt nicht von einem Menschen, also nicht etwa von Prophet Muhammad, Friede und Segen seien mit ihm, oder einer anderen Person. Allah selbst sagt im Qur’an (sinngemäß):

„Und ich bin mit dem Islam als Religion für euch zufrieden“ [5:3]

Die Religion, die von Gott herabgesandt und der Welt von seinem Propheten Muhammad, Friede und Segen seien mit ihm, überbracht wurde, wurde „Islam“ genannt, da im Islam der Gläubige der Macht und Kontrolle Allahs vollständig nachgibt. Er macht die rückhaltlose Anbetung zu Gott zum Grundprinzip seines Lebens. Der Islam ist also nicht nur die kognitive und intellektuelle Erkenntnis der Einheit Gottes, oder der Tatsache, dass ein allmächtiger Schöpfer überhaupt existiert. Vielmehr ist er die bewusst getroffene Entscheidung des Einzelnen, sich diesem einzigen Gott vollständig hinzugeben. Allah wird also zunächst als einziger Gott erkannt, woraufhin man sich diesem Gott aktiv unterwirft. Der Islam ist keine theoretische Religion, sondern eine Religion der Taten und der Umsetzung. Dies kann schon am Namen der Religion selbst erkannt werden.  Das Wort „Islam“ impliziert bereits das Formen einer direkten Verbindung zu Gott und einer direkten Anbetung. Die Gläubigen verlassen sich bei der Anbetung Allahs auf keinerlei vermittelnde Götter, Idole oder Heilige, wie es in anderen Religionen üblich ist.

Der Muslim

Das Wort „Muslim“ ist dem Wort „Islam“ sehr nahe, was im Arabischen auf eine Wortverwandtschaft hindeutet. Genauer gesagt stammt das Wort „Muslim“ linguistisch, also sprachwissenschaftlich, vom Wort „Islam“ ab. Es bezeichnet eine Person, die den Islam praktiziert, oder in anderen Worten, die sich hingibt. Jeder, der sich einzig und vollständig Allah hingibt, praktiziert den Islam und wird folglich als Muslim bezeichnet. Dabei ist es wichtig, sich bei der Hingabe zu Allah auf die Offenbarungsquellen zu berufen. Ein Muslim kann die Form, wie er sich Allah unterwirft, nicht von eigenen Vorstellungen oder gesellschaftlichen Konventionen ableiten, sondern einzig und allein von den Vorgaben, die Allah offenbart hat. In diesem Sinne war die Religion aller Propheten Gottes der Islam, was alle Propheten, von Noah über Abraham und Moses bis hin zu Jesus zu Muslimen macht. So sagt Allah im Qur’an zum Propheten Muhammad, Friede und Segen seien mit ihm:

„Allah verordnete für euch eine Glaubenslehre, die er Noah anbefohlen hat und die wir dir offenbart haben und die wir Abraham und Moses und Jesus auf die Seele banden […]“ [42:13]

Die früheren Völker

Die Brüderlichkeit des Islams und der Muslime und das Band des wahren Glaubens erstreckt sich seit der Zeit von Adam bis zum Ende der Zeit und umfasst somit alle Völker und Epochen. Alle wahrhaftigen Propheten riefen denselben Gott an, den einzigen Schöpfer. Die Gläubigen aller Epochen und Völker investierten ihre Taten und ihren Glauben in die Anbetung desselben Gottes. Sie alle verbindet ein einzigartiges Band der Brüderlichkeit, der Liebe und gegenseitigen Unterstützung. Im Verlaufe aller Zeitalter glaubten die Muslime an alle Propheten, die vor ihnen kamen, und bestätigten das Erscheinen von prophetischen Gesandten nach ihnen. Alle Propheten werden von den Muslimen gleichermaßen unterstützt und ihre Ehre wird verteidigt. Vom Propheten Adam, Friede sei mit ihm, dem ersten Menschen, bis zum Propheten Muhammad, Friede und Segen seien mit ihm, sind die Muslime verpflichtet, sie alle zu respektieren und ihnen zu folgen.

Da die wahrhaften Propheten jeder Epoche und jedes Volkes von demselben Gott, Allah, gesandt wurden, kann gesagt werden, dass es vor dem Propheten Muhammad, Friede und Segen seien mit ihm, mehrere Gesetzesformen unter dem Islam gab. Über die Jahrtausende hinweg entsandte Allah, der Erhabene, zahlreiche Propheten mit Seiner Botschaft an die Menschen. Die Propheten folgten alle den Lehren Allahs und waren auf dem Weg des Islams. Dennoch wichen einzelne religiöse Praktiken oder Riten bei der Anbetung zwischen den unterschiedlichen Völkern voneinander ab. Dies, da die Lebensumstände selbstverständlich in den verschiedenen Völkern unterschiedlich waren. So waren die religiösen Gesetze, aber auch die Lebensstile der Menschen zur Zeit von Prophet Noah anders als die der Menschen zur Zeit Moses. Ihre Geschichten, ihre Bücher und Verordnungen waren individuell auf ihre eigenen Bedürfnisse abgestimmt, so dass sie teilweise sogar unterschiedliche Formen der Anbetung besaßen. Die fundamentalen Grundlagen im Bezug auf moralische Fragen und die spirituellen Glaubensinhalte blieben über die Jahre hinweg jedoch gleich. Mit dem Erscheinen des Propheten Muhammad, Friede und Segen seien mit ihm, wurde das letzte Stadium von Gottes Offenbarung eingeläutet.

Der letzte Prophet

Bei dem Propheten Muhammad, Friede und Segen seien mit ihm, handelt es sich um den letzten Propheten, der von Allah mit Seiner Botschaft gesandt wurde. Ab seiner Zeit gab und wird es keinen späteren Propheten und keine weitere Offenbarung Allahs mehr geben, bis zum Tag des Gerichts. Die Offenbarung, die der Prophet Muhammad erhalten hatte, wird sich in keiner Hinsicht mehr verändern. Somit wurde Muhammad, Friede und Segen seien mit ihm, im Gegensatz zu den anderen Propheten Gottes zu der gesamten Menschheit gesandt. Seine Botschaft beschränkt sich nicht auf Ort, Zeit oder Nation, sondern ist überall und zu jeder Zeit gültig. Dies bestätigt der Prophet, Friede und Segen seien mit ihm, in einem Hadith, in dem er sagt:

„Mir wurden 5 Dinge gegeben, die keinem Propheten vor mir sonst gegeben wurden: […] ,dass jeder Prophet nur zu seinem Volk gesandt wurde, während ich für alle Menschen gesandt wurde.“ [Bukhari/Muslim]

Seine Botschaft bestätigt die vorangegangenen Formen des Islams, also die früheren Bücher und Propheten. Gleichzeitig werden diese früheren Formen durch die Botschaft Muhammads abrogiert, also aufgehoben. Während die Glaubensinhalte zu jeder Zeit gleich waren, unterscheiden sich die einzelnen Formen des Islam in den Details der Ausübung etwas. So ist heute nur noch die letzte Form der praktischen Ausübung des Glaubens gültig, diejenige, die der Prophet Muhammad, Friede und Segen seien mit ihm, den Menschen überbrachte. Die Muslime praktizieren diese Form und bestätigen sie als die wahre Religion.

Die früheren Botschaften wurden im Laufe der Geschichte durch Vergessen sowie durch vorsätzliche Fälschung verändert und gingen verloren. Die letzte Botschaft, der heutige Islam, wird hingegen niemals weder verfälscht noch vergessen werden. Dies ist ein Versprechen von Allah, dem Erhabenen. Er vervollständigte Seine Botschaft mit dem Islam und sagte im Qur’an:

„Wir haben dir das Buch hinabgesandt mit der Wahrheit, als Erfüllung dessen, was schon in dem Buche war, und als Wächter darüber. Richte darum zwischen ihnen nach dem was Allah hinabgesandt hat und folge nicht ihren bösen Neigungen gegen die Wahrheit, die zu dir gekommen ist [...] “ [5:48]

Dieser Vers fasst zusammen, dass der Qur’an in Wahrheit herabgesandt wurde und dass er bestätigt, was zuvor offenbart wurde. Er bewahrt, beschützt und bezeugt die früheren Offenbarungen und zeigt die Unaufrichtigkeit der Verfälschung auf, welche diesen hinzugefügt wurde. Alles, was mit dem Qur’an übereinstimmt, entspricht der Wahrheit, und alles, was ihm widerspricht, wurde entweder vom Qur’an selbst außer Kraft gesetzt oder hatte seinen Ursprung in vorherigen Fälschungen. Der Qur’an wurde also offenbart, um das, was von den früheren Offenbarungen bewahrt wurde zu bestätigen, während er gleichzeitig jegliche Verfälschung korrigiert hatte.

Die Offenbarung des Propheten Muhammad, Friede und Segen seien mit ihm

Da Muhammad, Friede und Segen seien mit ihm, der letzte Prophet war und seine Offenbarung die letzte vor dem Ende der Zeit darstellt, musste sich dieser Prophet mit seiner Offenbarung von den Früheren in gewisser Weise unterscheiden. Dadurch, dass nach ihm niemand kommen und seine Fehler und Verfälschungen korrigieren konnte, musste die Botschaft des Gesandten in unangetasteter Weise bewahrt werden. Auch das Zeichen des letzten Propheten musste nicht nur die Menschen zur Zeit des Gesandten, sondern alle bis zum Ende der Zeit überzeugen können. Seine Lehren mussten außerdem bis zum letzten Tag gültig bleiben, da sie für die gesamte Menschheit offenbart wurden. Um dies zu erreichen, müssen die Gesetze und Lehren dieser Offenbarung in einigen Punkten feststehen. Diese Punkte werden sich bis zum Tag des Gerichts nicht ändern, da sich die Umstände der Menschen in diesen Punkten auch nicht verändern werden. Andere Umstände wandeln sich jedoch im Laufe der Jahre. Daher gibt es auch Aspekte in der Religion, bei denen die Gesetze offenbleiben müssen, um sie an die Situation der Menschen zu den jeweiligen Zeiten anpassen zu können.

Die Botschaft des Propheten Muhammad, Friede und Segen seien mit ihm, erfüllt alle diese Kriterien. Der Qur’an und die Sunna des Propheten, also seine Überlieferungen, wurden bis ins letzte Detail bewahrt. Gleichzeitig ist sein Zeichen, der Qur’an, ein großes Wunder, was man bis heute durch das Lesen erleben kann. Dieses Wunder verliert nicht an Faszination, egal zu welcher Zeit der Qur’an gelesen wird, überzeugt er seinen Leser. Während jeder Prophet zuvor das Erscheinen eines Folgepropheten voraussagte, verkündete der Prophet Muhammad, Friede und Segen seien mit ihm, dass er der letzte und endgültige Gesandte Gottes sei. Daran sollten die Anhänger der vorherigen Gesandten die Wahrheit dieser Botschaft erkennen können. Der Islam reflektiert ihre eigenen prophetischen Lehren und beinhaltet alle Zeichen, mit denen die Propheten zuvor gesandt wurden. Durch die Natur des Menschen klammern sie sich jedoch oft an alte Zugehörigkeiten und lehnen den Islam deshalb ab. Die Gründe dafür sind oftmals nicht das Nichtverstehen oder nicht Akzeptieren der Botschaft, sondern vielmehr falsche Loyalität zu den Vorfahren oder Angst vor Veränderung. Allah erwähnt dieses Phänomen im Qur’an, Er sagt:

„Und wenn ihnen gesagt wird: Glaubt an das, was Allah herabgesandt hat, dann sagen sie: Wir glauben an das, was auf uns herabgesandt wurde (aber nicht an das, was auf andere herabgesandt wurde) sie glauben aber nicht an das hiernach (Gesandte) obwohl es die Wahrheit ist und das bekräftigt, was sie haben.“ [2:91]

Dem Propheten Muhammad, Friede und Segen seien mit ihm, wurde lediglich aufgelegt, die Botschaft zu überbringen. Die Rechtleitung einzelner Personen lag nicht in seiner Hand. Es obliegt dem freien Willen einer Person, sei es damals oder heute, zu entscheiden, welcher Religion sie angehören möchte. Diese Freiheit stellt der Islam sicher. So sagt Allah im Qur’an:

„Es soll kein Zwang im Glauben sein“ [2:256]

Der Übertritt zum Islam ist nur dann wirksam, wenn eine Person sich aus freiem Willen dazu entscheidet, weil sie die Wahrheit erkannt hat. Gezwungene oder vorgetäuschte Handlungen zählen im Islam nicht, da Taten nach ihrer Absicht bewertet werden. Daher ist es auch nicht rechtens, jemanden zur Annahme des Islams zu zwingen.

Die Zeitlosigkeit des Islams

Die Allgemeingültigkeit und Zeitlosigkeit des Islams wird durch die Aussage des Gesandten, Friede und Segen seien mit ihm, dass er der letzte Gesandte Allahs sei, deutlich. Durch seine Barmherzigkeit hinterließ er den Menschen eine Richtschnur, welche die Rechtleitung garantiert. So sagte er in einer Überlieferung:

„Ich habe euch zwei Dinge hinterlassen, die wenn ihr an ihnen festhaltet, ihr nicht in die Irre gehen werdet: Das Buch Allahs und die Sunna seines Propheten“ [Malik]

Zusätzlich sagte Allah, der Erhabene, im Qur‘an, dass er die Religion vervollständigt hat und mit der Religion des Islams für die Menschen zufrieden ist. Demnach ist die Religion nun vollständig und fehlerlos, was eine Veränderung der Botschaft überflüssig macht. Durch die Aussage des Propheten, Friede und Segen seien mit ihm, er sei für die gesamte Menschheit entsandt worden, wird impliziert, dass die Offenbarungen und die Sunna für alle Menschen gültig und auch verpflichtend sind. Dabei sind auch alle heutigen Muslime an allen Orten der Erde gemeint. Das islamische Gesetz ist durch seine Flexibilität fähig, die Bedürfnisse aller Menschen bis zum jüngsten Tag zu erfüllen. Dies zum einen, da sich die Natur des Menschen nicht ändert. Daher muss sich auch die Form der Anbetung Gottes nicht für sie ändern. Außerdem gibt es einige schädliche Angelegenheiten, die explizit und permanent verboten wurden, da sie den Menschen zu jeder Zeit Schaden zufügen. Dazu zählen etwa Mord, das Lästern, das Lügen und viele Weitere. Zum anderen benötigen die Menschen detaillierte Gesetze und allgemeine Prinzipien, die es ihnen ermöglichen, ihr Leben erfolgreich zu führen. Diese sind im Islam neben flexiblen Vorschriften zu finden, welche es ermöglichen, ein islamkonformes Leben zu jeder Zeit und an jedem Ort zu führen. Der Islam ist also ein göttlich geleiteter Lebensstil, welchem sich die Menschen bis zum Tag des Gerichts anpassen können.

Ein Beispiel für die Zeitlosigkeit des Islams sind die Regeln zur Geschäftstätigkeit. In der Geschichte war das Zinsgeschäft schon immer untersagt, was zu den allgemeinen Richtlinien gehört. Werden nun jedoch in der heutigen Zeit neue Formen der Geschäftstätigkeit entwickelt, kann bestimmt werden, welche Leitlinien gemäß dem islamischen Gesetz für diese Form von Geschäft greifen. Aus diesem Grund hat sich das islamische Recht seit über 1400 Jahren als realisierbar erwiesen und bewährt. Gemäß der islamischen Glaubensinhalte wird dies auch bis zum Ende der Zeit realisierbar sein.

Der Islam ist alles, was die Menschen brauchen, um Glückseligkeit in sowohl dem diesseitigen als auch im nächsten Leben zu erfahren. Er ist frei von Fehlern, bedarf keiner Verbesserung, Förderung oder Ergänzung. Erst recht können keine Stellen in den Gesetzestexten einfach gestrichen werden. Dies ist der Grund, weshalb der Prophet, Friede und Segen seien mit ihm, sehr starke Warnungen bezüglich der Neuerungen und Irreleitungen äußerte. So sagte der Prophet, Friede und Segen seien mit ihm:

„Wer in dieser, unserer Sache etwas Neues einführt, das nicht dazu gehört, so ist dies abzulehnen.“ [Bukhari/Muslim]

Ein Gelehrter verglich den Islam mit einem randvoll gefüllten Glas Wasser. Wird der Religion etwas hinzugefügt, so ist es, als füllte man in das randvolle Glas Wasser noch etwas Wasser hinzu. Somit schwappt es über und das Wasser fließt heraus. Dies ist auch der Fall in der Religion. Fügt man etwas Neues zu einer bereits vollständigen Sache hinzu, so führt dies meist nur dazu, dass etwas von dem entfernt wird, was bereits da war.

Fazit

Der Islam ist keine theoretische Religion, sondern ein Lebensstil, bei dem sich der Gläubige Allah voll und ganz hingibt. Die Propheten der früheren monotheistischen Religionen waren alle Anhänger des Islams, welcher in den früheren Zeiten jedoch andere Aspekte aufwies als in der heutigen. Mit dem Erscheinen des letzten Propheten Muhammad, Friede und Segen seien mit ihm, wurde der Menschheit ein Glaube gegeben, dessen Inhalte und Gesetze sich bis zum Tag des Gerichts nicht mehr ändern werden. Es obliegt keinem Menschen, im Islam zu reformieren oder Neues hinzuzufügen. Die Allgemeingültigkeit und Zeitlosigkeit des Islams machen ihn zu einem gefestigten Glauben, der bereits seit über 1400 Jahren existiert und der auch bis ans Ende der Zeit weiter existieren wird.

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