Die 10 häufigsten Fragen

grundlagen islam 10.10.2022
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Neue Muslime haben meistens am Anfang noch kein umfassendes Wissen über den Islam. Es kommen viele Fragen auf, die man sich direkt nach dem Übertritt stellt. Der folgende Artikel behandelt die zehn häufigsten Fragen, die sich neue Muslime stellen, wenn sie den Islam annehmen oder wieder zu ihrer Religion zurückfinden.

  1.  Ich habe kürzlich den Islam angenommen, muss ich meine Namen ändern?

Nein. Tatsächlich muss der neue Muslim seine Namen nach dem Übertritt nicht ändern. Wenn er das jedoch möchte, so ist es wichtig zu erwähnen, dass der Familienname oder der Nachname des Vaters davon ausgeschlossen ist. Im Islam ist das Ablegen des eigenen Familiennamens nicht erlaubt, denn Allah, der Erhabene, sagt im Koran:

Nennt sie nach ihren Vätern; das ist gerechter vor Allah.“ [33:5]

Daher kann man nur den Vornamen ändern. Auch dies ist nicht unbedingt nötig, sollte der Name nicht islamisch unzulässig sein. Als unzulässig gelten Namen, die eine Beleidigung beinhalten oder deren Bedeutung religiös anstößig ist. Zu letzterem gehören Namen, die eine Dienerschaft zu einem anderen als Allah implizieren, wie es etwa bei dem Namen Abd al-Masih (Diener des Messias) der Fall wäre. Ist die Bedeutung eines Namens etwas Schlechtes, so ist es erwünscht, diesen zu ändern. Vom Propheten, Friede sei mit ihm, wird berichtet, dass er den Namen Aasiyah, der in etwa „Ungehorsam“ bedeutet, in den Namen Jamila, was „schön“ bedeutet, änderte [Muslim]. Es kann aber in manchen Fällen ratsam sein, den Vornamen nicht zu ändern. Besonders in der ersten Zeit nach dem Übertritt verletzt dies die Familie manchmal oder kann wie eine Distanzierung oder Rebellion gegenüber den Eltern aufgefasst werden. In diesem Fall kann man sich einen islamischen Rufnamen geben, der dann nur im Freundeskreis benutzt wird. Das gleiche gilt, wenn das offizielle Ändern eines unzulässigen Namens eine Erschwernis darstellt.

  1.  Ich bin ein nicht beschnittener Mann, der gerade erst den Islam angenommen hat. Muss ich mich beschneiden lassen?

Ja. Die Beschneidung des Mannes stellt im Islam eine Pflicht und einen Akt der Anbetung dar. Daher muss sich auch der neue Muslim nach dem Übertritt beschneiden lassen, denn der Prophet, Friede sei mit ihm, sagte: „Fünf Praktiken sind Teil der natürlichen Veranlagung: Die Beschneidung, […]“ [Bukhari, Muslim]. Doch es ist erlaubt, dafür einen passenden Zeitpunkt auszusuchen, denn es dauert etwa eine Woche, bis die Wunde wieder verheilt ist. Außerdem ist es wichtig, einen kompetenten Chirurgen zu finden. Da die Beschneidung mittlerweile auch unter den Nichtmuslimen als hygienisch bekannt ist, sollte es kein Problem darstellen, einen Arzt zu finden, der diese durchführen kann.

  1.  Brauche ich Zeugen, dass ich das Glaubensbekenntnis (die Schahadah) gesprochen habe?

Nein. Das Glaubensbekenntnis muss nicht vor anderen Menschen ausgesprochen werden, damit es gültig ist. Es reicht, die Worte Laa ilaaha ill-Allah, Muhammad-ur-Rasool-ullah zu einem selbst zu sprechen. Damit der Übertritt gültig ist, muss jedoch gewährleistet sein, dass

  1. der Sprechende die Bedeutung des Glaubensbekenntnisses kennt
  2. die Worte mündlich ausgesprochen werden
  3. das Herz die Worte bestätigt, man also wirklich an Allah und Seinen Gesandten glaubt und man beabsichtigt, so gut es geht nach dem Islam zu leben.

Der Gesandte Gottes, Friede sei mit ihm, sagte: „Ich bezeuge, dass es keinen Gott gibt, Der es verdient hat, angebetet zu werden, außer Allah, und dass ich der Gesandte Allahs bin. Jeder Diener, der auf Allah trifft, ohne daran zu zweifeln, wird ins Paradies eingehen.“ [Muslim]. Diese Überlieferung weist darauf hin, dass der feste Glauben an das Bekenntnis ausschlaggebend ist für seine Gültigkeit.

Andererseits bringt das öffentliche Sprechen des Bekenntnisses Vorteile mit sich. Spricht man es in einer Moschee, so wissen andere Muslime von dem Übertritt und können dem neuen Muslim in der Anfangszeit zur Seite stehen. Es kann aber auch sein, dass manche den Übertritt nicht direkt publik machen wollen, weil sie unsicher sind, wie ihr Familien- oder Bekanntenkreis darauf reagieren wird. Daher sind beide Optionen, das öffentliche Bekenntnis und auch das private, zulässig.

  1.  Wieso ist es notwendig, die beiden Zeugnisse mündlich auszusprechen?

Das Zeugnis wird wörtlich ausgesprochen und verkündet und wird nicht im Herzen behalten. Dies ist es, was ein Zeugnis ausmacht. Man sollte es außerdem auf Arabisch aussprechen, da das Glaubensbekenntnis zu der Art von Gebet gehört, die auf Arabisch gesagt wird. Damit folgt man dem Beispiel des Propheten. Er forderte dazu auf, diese Worte auszusprechen, wenn jemand den Islam annehmen wollte, wie man aus vielen Überlieferungen entnehmen kann.

  1.  Wie lauten übliche islamische Sätze und Wörter, die ich für gesellschaftliche Veranstaltungen kennen sollte?

Einige arabische Sätze und Worte gehören zum guten Benehmen unter Muslimen, da sie ein Gebet für den Anderen darstellen. Bei der Begegnung zweier Muslime sagt derjenige, der die Begrüßung beginnt „As-Salamu Alai-kum“, was so viel bedeutet wie „Friede sei mit dir“. Der andere erwidert darauf „Wa Alai-kum us-salam“, „und mit dir sei ebenfalls der Friede“. Die Art der Begrüßung, ob Hände geschüttelt oder Wangen geküsst werden, ist kulturell bedingt und wird vom Islam nicht vorgeschrieben. Jedoch schüttelt ein Mann nicht die Hand einer Frau, die nicht mit ihm eng verwandt oder seine Frau ist (für die er kein Mahram ist). Frauen und Männer untereinander können sich jedoch je nach Präferenz umarmen, Küsschen auf die Wange geben oder auch anderweitig begrüßen. Die Grußformel ist dabei das Einzige, was der Islam vorschreibt.

Eine andere wichtige Formel ist „Baarak-Allahu feek“. Diese wird benutzt, wenn man sich bei jemandem bedanken möchte und die Übersetzung ist „Möge Allah dich segnen.“ Durch die gute Bedeutung dieses Satzes ist er unter Muslimen dem einfachen „Danke“ vorzuziehen.
Außerdem gibt es die Worte „in shaa Allah“, die „so Gott will“ bedeuten und immer hinzugefügt werden, wenn etwas für die Zukunft geplant wird. Allah, der Erhabene, sagt im Koran:

Und sag nur nicht von einer Sache: „Ich werde dies morgen tun“,

Außer du fügst „in shaa Allah“ hinzu.“ [18:23-24]

Dabei gilt es zu beachten, dass „in shaa Allah“ nicht als Synonym für „Mal schauen“ oder „Eher nicht“ verwendet werden sollte, wie es kulturell oft der Fall ist. Die Worte sind nur unterstützend zu den Plänen hinzuzufügen, da die Muslime wissen, dass alles im Endeffekt in Allahs Händen liegt und Er die Pläne eines Menschen unerfüllt lassen kann, wenn Er will.

Das Wort „Alhamdulillah“ hat die Bedeutung „Alles Lob und aller Dank gebührt Allah“. Daher kann dieses Wort immer gesagt werden, wenn ein Anlass zur Dankbarkeit gegeben ist, beispielsweise beim Hören von guten Neuigkeiten oder wenn man selbst von etwas Erfreulichem berichtet. Außerdem wird „Alhamdulillah“ auch nach dem Niesen gesagt.

  1.  Ich habe erst kürzlich den Islam angenommen. Zu dieser Zeit war ich sehr euphorisch, doch manchmal frage ich mich, ob der Islam mich wirklich näher zu Gott bringt?

Ohne Zweifel bringt der Islam eine Person näher zu seinem Schöpfer. Er ist die natürliche Religion, die Allah für alle Menschen vorgesehen hat und an die zu glauben in der Natur der Menschen liegt. Durch die gottesdienstlichen Handlungen kommt der Muslim nach dem Übertritt Allah näher. Daher ist es normal, dass man sich am Anfang noch nicht sehr verbunden fühlt. Zunächst einmal muss man die Pflichthandlungen ausführen, wie der Prophet, Friede sei mit ihm, sagte: „Allah hat gesagt: Demjenigen, der einen Mir Nahestehenden zum Feind nimmt, habe ich den Krieg erklärt. Und das Beste, mit dem mein Diener sich Mir annähern kann, sind die von mir gebotenen Pflichten (Fard) zu verrichten […] [Bukhari].

Dies bedeutet, dass Allah jeden Muslim beschützt, egal, wer ihn zum Feind nimmt. Und dann erwähnt Allah, dass man keine bessere Tat vollziehen kann, als dass man seine Pflichten Ihm gegenüber verrichtet. Weiter geht der Text folgendermaßen: „[…] und mein Diener nähert sich mir solange durch freiwillige Taten (Nafila), bis Ich ihn liebe“ [Bukhari]. Das Erfüllen der Pflichten kommt also an erster Stelle, und das Ausführen von freiwilligen guten Taten lässt Allah einen Muslim lieben. Daher hilft ein Vermehren der guten Taten, wenn man diese Liebe nicht spüren kann. Man kann beispielsweise länger oder öfter beten, gut zu seinen Mitmenschen sein, spenden etc. Und Allah, der Erhabene, sagt, wenn Er einen Menschen liebt „[…] dann bin Ich sein Ohr, mit dem er hört, und sein Auge, mit dem er sieht und seine Hand, mit der er zupackt und sein Fuß, mit dem er geht. Und wenn er Mich nach etwas fragt, dann gebe Ich ihm. Und wenn er Mich um Zuflucht bittet, dann gewähre Ich sie ihm“ [Bukhari, Muslim].

Aus diesem Ausspruch wird klar, dass man Gutes tun sollte, damit sich die Liebe Allahs zu einem steigert. Und je mehr Allah einen Menschen liebt, umso mehr wird Er zum Begleiter dieses Menschen, und man wird diese Nähe spüren. All dies entwickelt sich aber mit der Zeit und braucht etwas an Geduld. Als neuer Muslim muss man zunächst wachsen und vieles lernen, bevor man an dieser Stelle ankommt.

  1.  Ich bin neu im Islam, doch ich kenne noch keine Muslime und ich habe Angst, in eine Moschee zu gehen. Gibt es irgendjemanden, der mir helfen kann?

Dies ist normal und es geht vielen Menschen so, dass sie sich nicht trauen, allein in eine Moschee zu gehen und ihre Konvertierung bekannt zu machen. Das Team von Islamictutors kann hierbei helfen und neue Muslime mit Geschwistern aus ihrer Umgebung zusammenbringen. Dafür schreibt man das Team einfach an.

  1.  Darf ein Muslim die Beziehung zu Nichtmuslimen pflegen? Meine ganze Familie besteht aus Nichtmuslimen und ich will den Kontakt zu meiner Familie nicht abbrechen.

Ja. Selbstverständlich darf ein Muslim Beziehungen innerhalb der Familie und auch zu Freunden pflegen, auch wenn diese keine Muslime sind. Der Islam ermutigt die Menschen dazu, gütig und großzügig zu den Verwandten zu sein. Dabei wird kein Unterschied zwischen muslimischen und nichtmuslimischen Verwandten gemacht. Das Pflegen der Verwandtschaftsbande spielt im Islam eine wichtige Rolle und besonders den Eltern werden viele Rechte gegeben. So sagte der Prophet, Friede sei mit ihm, sogar zu den Gefährten, deren Eltern Götzendiener waren, dass sie die Beziehung zu ihnen pflegen sollten [Bukhari, Muslim]. Daher sollte man ab dem Moment des Übertritts versuchen, die Beziehung zu seinen Verwandten zu stärken und das Verhalten gegenüber den Mitmenschen zu verbessern. Sagt jemand, dass Kontakte zu Nichtmuslimen nicht erwünscht oder sogar verboten seien, so handelt es sich hierbei um eine Fehlinformation. Der Islam ruft nicht zur Verschlossenheit oder zur Isolation auf. Im Gegenteil, es ist eine gute Tat, andere über diese Religion zu informieren. Durch das eigene gute Verhalten und die vorbildlichen Charaktereigenschaften eines Muslims weckt man möglicherweise auch das Interesse anderer am Islam.

  1.  Ich habe gehört, dass es Pflicht ist, dem Freitagsgebet beizuwohnen. Doch was ist, wenn mein Arbeitgeber mir dafür nicht freigibt?

Bei Studenten und Schülern ist es meist am einfachsten, sich für das Freitagsgebet frei zu nehmen. Dazu muss man sich nur trauen und mit den zuständigen Lehrern oder Professoren sprechen. Als Arbeitnehmer ist es teilweise schwieriger, aber auch hier ist es meistens möglich. Da das Freitagsgebet normalerweise zwischen 45 Minuten und einer Stunde in Anspruch nimmt, kann man einfach fragen, ob man seine Mittagspause in diese Zeit verlegen kann. Dabei muss man nicht einmal mit dem Arbeitgeber über das Gebet sprechen. Man kann in besonderen Fällen auch fragen, ob man freitags eine längere Pause machen darf, wobei man die verpassten Stunden dann später aufarbeitet. In jedem Fall hat man das Recht, seinen Arbeitgeber darum zu bitten, einen für das Freitagsgebet freizustellen. Daher sollte man sich nicht entmutigen lassen, denn in den meisten Fällen kommen einem die Arbeitgeber sehr entgegen. Sollte ein Vorgesetzter tatsächlich nicht erlauben, dass man am Freitagsgebet teilnimmt, so besteht die Möglichkeit, sich rechtlich beraten zu lassen. Es ist wichtig, sich darum zu bemühen, denn das Freitagsgebet ist eine Pflicht für jeden männlichen Muslim und das Treffen mit der Gemeinde stärkt den Glauben des Einzelnen.

  1.  Der Islam ist ein so großes Meer an Wissen, wie fange ich mit dem Wissenserwerb an?

Diese Frage ist nicht leicht zu beantworten, denn es gibt viele Wege, mit dem Streben nach Wissen zu beginnen. In jedem Fall sollten zunächst die Grundlagen, wie das Wissen über Allah, gelernt werden. Diese helfen einem, den Glauben zu stärken. Auch das Wissen über die wichtigsten Pflichten ist notwendig, damit man diese direkt ausführen kann. Dazu zählen etwa das Gebet und alles was dazu gehört sowie andere Gebote und Verbote. Die Videos des Beginnerkurses von Islamictutors sind für neue Muslime gedacht, die sich genau diese Fragen stellen. Die Struktur berücksichtigt die Wichtigkeit der einzelnen Themen, so dass man das Notwendigste zuerst lernt.

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