Einführung in das Gebet

das gebet 25.08.2022
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Dieser Artikel behandelt alle wichtigen Details, die Voraussetzung für die Gültigkeit des Gebets sind. Außerdem stellt dieser Artikel eine Einführung in eine Serie von Artikeln über das Gebet dar. Mit dem Wissen über die Voraussetzungen für die Gültigkeit des Gebets und die Vorbereitungen dafür kann sich der Leser anschließend in den folgenden Artikeln in die verschiedenen Themen wie die Gebetswaschung vertiefen.

Ursprung des Gebets

Das rituelle Gebet [as-Salah] ist eine der wichtigsten Verpflichtungen der Muslime, die dieses fünfmal täglich verrichten. Im Gegensatz zu dem Bittgebet, welches spontan mit eigenen Worten und jederzeit gesprochen werden kann, unterliegt das rituelle Gebet gewissen Vorgaben. Diese sind präzise in der Sunna des Propheten Muhammad, Friede sei mit ihm, vorgegeben. Die Art, wie er das Gebet verrichtete, ist auch die Art, wie Muslime noch heute fünfmal täglich ihren Schöpfer anbeten. Die Riten des Gebets lernte der Prophet, Friede sei mit ihm, direkt vom Erzengel Gabriel, der wiederum diese Anweisungen von Allah, dem Erhabenen, erhielt.

Daher sind die meisten Informationen über den Ablauf des Gebets aus authentischen Überlieferungen über das Leben des Propheten, Friede sei mit ihm, bekannt. Auch im Koran finden sich einige Punkte, speziell über die Gebetswaschung oder die Verpflichtung zum Gebet. Diese beiden Quellen, die Offenbarungstexte des Islams, sind die einzigen Quellen, denen ein Muslim Anweisungen zum Verrichten von Gottesdiensten entnehmen darf. Es ist nicht erlaubt, eigene Methoden zum Gebet oder zu anderen Gottesdiensten zu entwickeln oder diese von Dritten zu übernehmen, die nicht auf Koran und Sunna basieren.

Daher sind die Grundlagen des rituellen Gebets unter den Muslimen immer gleich. Sie verrichten das Gebet fünfmal täglich, wobei sie sich alle zur Kaaba richten, die in Mekka steht. Vor dem Gebet muss der Muslim rituell gereinigt sein, sich also waschen. Es ist essentiell, die Absicht zu fassen, sich zum Gebet aufzustellen und dieses mit den Worten „Allahu akbar“ zu beginnen. Der Ablauf mit den einzelnen Verbeugungen, Niederwerfungen und auch das Ende des Gebets ist ebenfalls derselbe. In anderen, detaillierten Punkten existieren jedoch durchaus Meinungsverschiedenheiten zwischen den Muslimen.

Meinungsunterschiede im Gebet

Zunächst einmal sind die Meinungsunterschiede, die es im Gebet gibt, nicht gravierend. Die meisten Meinungen basieren auf den Offenbarungsquellen und sind somit legitim. Außerdem betreffen diese Unterschiede nur kleine Details und nicht die Grundlagen des Gebets wie den Ablauf oder die Positionen.

Beispielsweise existieren diese Meinungsunterschiede bei der Gebetswaschung, bei der Häufigkeit, mit der die Hände im Gebet gehoben werden und auch deren genaue Positionierung. Diese Unterschiede bedeuten keinesfalls, dass eine der Meinungen falsch sein muss und nicht auf dem Vorbild des Propheten, Friede sei mit ihm, beruht. Vielmehr basieren sie alle auf Aussagen des Propheten, Friede sei mit ihm, oder denen seiner Gefährten, die ihn beim Gebet beobachtet hatten. Teilweise interpretierten diese Gefährten die Worte Muhammads, Friede sei mit ihm, in unterschiedlicher Weise, oder beobachteten ihn, wie er das Gebet auf leicht unterschiedliche Art verrichtete. So entstanden mit der Zeit verschiedene Meinungen bei den Einzelheiten des rituellen Gebets. Auch in anderen Punkten gibt es unter den Muslimen verschiedene Meinungen, dies ist natürlich und eine Art der Vielfalt innerhalb der Religion.

Die hier genannten Details, wie die Positionierung der Hände oder Ähnliches, haben keine Auswirkung auf die Gültigkeit des Gebets. Daher sollte der Muslim andere nicht tadeln, wenn sie in diesen Punkten einer anderen Meinung folgen. Solange diese Meinung auf den Offenbarungsquellen basiert, ist daran nichts zu kritisieren und die Unterschiede werden einfach hingenommen.

Die Wichtigkeit des Gebets

Das rituelle Gebet ist eine der fünf Säulen im Islam, wobei es die zweite der Säulen darstellt.  Somit folgt das Gebet direkt nach dem Sprechen des Glaubensbekenntnisses, was seine Wichtigkeit noch hervorhebt. Das absichtliche Unterlassen des Gebets stellt eine große Sünde dar. Der Prophet Muhammad, Friede sei mit ihm, sagte:

„Das Erste, wonach man am Jüngsten Tag gefragt wird, ist das Gebet. Ist das Gebet in Ordnung, so sind es die anderen Taten auch. Wenn nicht – so sind es die anderen Taten auch nicht…“ [Abu Dawud]

Diese Aussage zeigt, dass es sich bei dem Gebet um etwas Essentielles für das jenseitige Wohlergehen einer Person handelt. Einige der Gelehrten gehen so weit, zu sagen, dass jemand, der das Gebet unterlässt, kein Muslim ist. Dies beruht auf einer Aussage des Propheten, Friede sei mit ihm, über das Gebet:

„Zwischen einem Mann und dem Shirk und dem Kufr (dem Polytheismus und dem Unglauben), steht sein Unterlassen des Gebets.“ [Muslim]

Überlieferungen, die eine ähnliche Aussage tätigen, finden sich auch bei Ahmad, at-Tirmidhi und an-Nasai. Das Glaubensbekenntnis, welches die erste Säule darstellt, ist die Grundlage und die Voraussetzung für den Islam einer Person. Das Gebet, was darauf folgt, ist die einzige der restlichen Säulen, bei der die Gelehrten diskutieren, ob das Nichtbefolgen aus dem Islam ausschließt. Alle anderen Säulen und Pflichten können unter Umständen unterlassen werden. So kann die Pilgerfahrt ausgelassen werden, wenn jemand finanziell oder körperlich nicht dazu in der Lage ist, diese Pflicht zu erfüllen. Ebenso kann das Fasten im Ramadan von körperlich schwachen, alten oder kranken Personen unterlassen werden. Für das rituelle Gebet jedoch muss der Muslim immer einen Weg finden. So gibt es verschiedene Erleichterungen für schwierige Situationen, wie etwa die Erlaubnis, die Waschung mit Erde zu vollziehen, sollte kein Wasser vorhanden sein. Von der Pflicht des Gebets entbindet dies jedoch nicht.

Menschen in jeder Situation verrichten das Gebet. Bei Krankheit kann das Gebet im Sitzen oder sogar im Liegen verrichtet werden. Im Krieg und bei schweren Bedingungen gibt es andere Erleichterungen, jedoch fällt die Pflicht nicht weg.

Vorzüge des Gebets

Genau wie die Unterlassung des Gebets eine große Sünde darstellt, so erhält der Muslim für die Erfüllung dieser Pflicht auch einen großen Lohn im Jenseits. Auch abseits der jenseitigen Belohnung birgt das rituelle Gebet viele Vorzüge. Daher folgen nun einige dieser Vorzüge.

Standhaftigkeit durch das Gebet

Das regelmäßige Verrichten des rituellen Gebets führt zu mehr Standhaftigkeit und einer gefestigten Position des Islams im Leben eines Muslims. Somit ist das Gebet eine Hilfestellung, den Islam besser im eigenen Alltag zu etablieren. Die fünf Gebetszeiten erinnern immer wieder an den Bund mit dem Schöpfer. Außerdem reinigt as-Salah die Seele der Muslime mehrmals am Tag. Ein Beweis dafür ist eine Überlieferung, in der der Prophet, Friede sei mit ihm, das Gebet mit einem Fluss verglich, in dem jemand fünfmal täglich badet. Anschließend fragte er seine Gefährten, ob sie meinten, dass dann noch irgendein Schmutz übrig bliebe, was sie natürlich verneinten. Daraufhin sagte der Prophet, Friede sei mit ihm, es sei dasselbe mit dem regelmäßigen Gebet [al-Bukhari].

Förderung des guten Charakters durch das Gebet

Das rituelle Gebet ist, wie schon zuvor erwähnt, die wichtigste gute Tat, die ein Muslim vollbringen kann. Oftmals wird mit guten Taten jedoch ein guter Charakter oder ein ethisch und moralisch richtiges Verhalten assoziiert. Auch dies sollte ein Muslim an den Tag legen. Das rituelle Gebet hilft ihm dabei, diesen exzellenten Charakter zu entwickeln. Dies, da es keinen besseren Charakter gibt als den einer Person, die gegenüber ihrem Schöpfer einen guten Charakter zeigt. Das Unterlassen des Gebets ist dementsprechend eine schlechte Charaktereigenschaft. Die freiwilligen guten Taten und auch die verpflichtenden haben keinerlei Bedeutung, wenn der Muslim nicht das Gebet verrichtet, wie der zuvor genannte Hadith von Abu Dawud aussagt. Der Charakter mit den guten Taten und der Ethik und der Moral entwickelt sich durch die Einhaltung des Gebets. Vorzügliche Eigenschaften wie die Pünktlichkeit, die Zuverlässigkeit und Ähnliches werden durch das Gebet und seine Regelmäßigkeit gefördert. Gleichzeitig hilft es auch beim Unterlassen von schlechten Taten. So sagt Allah, der Erhabene, im Koran:

„Wahrlich, das Gebet hält von schändlichen und abscheulichen Dingen ab; und Allahs zu gedenken, ist gewiss das Höchste.“ [29:45]

Daher ist die Verrichtung des Gebets nicht nur als gute Tat, sondern auch zum Schutz vor schlechten Taten unerlässlich.

Förderung der Gemeinschaft durch das Gebet

Es ist erwünscht, das Pflichtgebet so oft wie möglich in der Gemeinschaft zu verrichten. Das kann innerhalb der Familie oder dem Freundeskreis sein, am vorzüglichsten ist es jedoch, das Gebet in der Moschee zu verrichten. Die muslimische Gemeinschaft stärkt den Glauben des Einzelnen und schafft ein Gemeinschaftsgefühl, das für die Muslime sehr wichtig ist. Die Verrichtung des Gebets ist eine Art Anker für das gesamte Leben, sowohl für den Einzelnen als auch für die Gemeinschaft. Außerdem macht die Art, wie das Gebet verrichtet wird, deutlich, wie stark die Muslime auf der ganzen Welt miteinander verbunden sind. Auf keiner Massenveranstaltung kann eine Million Menschen in kürzester Zeit eine gerade Reihe bilden. In Mekka und in der Prophetenmoschee passiert dies jeden Tag fünf Mal. Eine Million Menschen stellen sich nach dem Gebetsruf gerade in eine Reihe, alle richten sich auf die Kaaba.

Auswirkungen des Gebets auf das Leben 

Wie das Gebet auf die Gemeinschaft wirkt, zeigt, dass es sich dabei um mehr als nur die Bindung des Menschen zum Schöpfer handelt. Es hat eine einzigartige Auswirkung auf das Leben des Betenden. Es stärkt die Konzentration und die Demut und sagt viel aus über die Person, die es verrichtet. Ein schnelles, hastiges Beten führt dazu, dass ein Mensch auch im Allgemeinen hastig und unausgeglichen ist, ein bedachtes Gebet in der Gemeinschaft, Schulter an Schulter, bringt ein Gefühl von Brüderlichkeit unter die Menschen. Wenn jemand über seine Beziehung zum Gebet nachdenkt, kann er daher auch eine Menge über sich selbst lernen. Daher sollte der Muslim bemüht sein, seine Gebete zeitnah, gewissenhaft und demütig zu verrichten, da dies sich auch in seinem alltäglichen Leben widerspiegeln wird. Möchte man die Bindung, etwa innerhalb der Familie, stärken, so ist das gemeinsame Gebet ebenso empfehlenswert.

Schaikh Ibn Ataʿillah Al-Iskandari, möge Allah ihm gnädig sein, sagte in seinen Hikam über das Gebet, dass es eine Reinigung der Herzen sei und ein Mittel der Öffnung hin zur unsichtbaren Welt. So breite sich der Bereich der Geheimnisse im Gebet aus. Durch die Gnade Allahs hat Er die Gebete nur fünfmal täglich befohlen und dabei die Segnungen in jedem einzelnen vervielfacht. Das bedeutet, dass das Gebet einen Segen mit sich bringt, der im Leben des Muslims einen Unterschied macht.

Belebung des Herzen durch das Gebet

Dazu passend kann das Gebet auch als eine Belebung und Heilung der Herzen beschrieben werden. Das Herz liebt es, zu beten. So fangen viele im Gebet an zu weinen. Für den Propheten Muhammad, Friede sei mit ihm, war das Gebet der größte Genuss. So sagte er: „Meine Augenweide ist das Gebet.“ [Nasai] und beschrieb es als einen Ort der Erholung [Abu Dawud]. Auch die Muslime heute sollten das Gebet als Lösung für ihre Probleme sehen und bei Sorgen und in schwierigen Zeiten dies nicht vernachlässigen, sondern noch stärker zu Allah, dem Erhabenen, beten. Die Positionen des Gebets, speziell in der Niederwerfung, wirken sich auf die Psyche eines Menschen positiv aus. So sagte der Prophet, Friede sei mit ihm, in einer Überlieferung von Muslim, dass der Diener seinem Herrn in der Niederwerfung am nächsten ist. Wenn die Stirn den Boden berührt, sollte man daher vermehrt Bittgebete sprechen. Es ist nicht leicht, sich jedes Mal der Gewaltigkeit des Moments bewusst zu sein, wenn man betet. Daher ist es empfehlenswert, an das Paradies zu denken während des Gebets. So entwickelt der Betende eine größere Demut. Das Paradies ist es, was der Muslim für das Einhalten seiner Gebete zu erwarten hat, denn Allah, der Erhabene, sagt im Koran:

„Und die, die ihr Gebet getreulich verrichten, diese sind es, die in den Gärten hochgeehrt sein werden“ [70:34-35]

Der Gedanke daran sowie an die Größe und Herrlichkeit Allahs, vor dem der Betende steht, hilft, eine ganz andere Erfahrung im Gebet zu machen.

Die Voraussetzungen für das Gebet

Bevor das rituelle Gebet ausgeführt werden kann, gibt es einige Bedingungen und Voraussetzungen. Diese müssen getroffen werden, damit das Gebet gültig ist.

Die Verpflichtung zum Gebet

Zunächst einmal sollte ein Muslim wissen, wann das Gebet für ihn verpflichtend ist. Allgemein gilt die Pflicht für jeden Muslim, sei es Frau oder Mann. Menschen, die geistig nicht gesund sind, sowie Kinder, die die Geschlechtsreife noch nicht erreicht haben, sind von der Pflicht des Gebets ausgenommen. Frauen ist es während der Menstruation und dem Wochenfluss verboten, zu beten. Sie greifen das Gebet wieder auf, sobald die Blutungen vorbei sind und sie wieder ihre rituelle Reinheit erlangt haben. Anders als das Fasten im Ramadan oder ähnliche Pflichten muss das Gebet für diese Zeit von ihnen nicht nachgeholt werden, das heißt, sie sind während dieser Zeit komplett vom Gebet befreit.

Jeder Muslim ist also dazu verpflichtet, zu beten, sobald bei ihm die Geschlechtsreife, auch Vollreife genannt, eintritt. Dies ist im Islam an mehreren Merkmalen erkennbar. Normalerweise erkennt man dieses Alter bei Jungen an der ersten Ejakulation, sei diese im Schlaf oder auch im wachen Zustand. Bei Mädchen erkennt man sie an der ersten Periode, wenn sie die Möglichkeit erlangen, schwanger zu werden. Ein weiteres Zeichen, was bei beiden Geschlechtern zutrifft, ist der erste Wuchs von Scham- oder Achselhaaren. Sollte keines dieser Merkmale erkennbar sein, so ist man spätestens mit dem Eintreten des 15. Lebensjahres islamisch gesehen volljährig und zum Gebet verpflichtet.

Rituelle Reinheit für das Gebet

 Eine der Bedingungen für die Gültigkeit des Gebets ist die rituelle Reinheit. Diese Form der Reinheit wird erlangt, in dem man sich auf eine spezielle Art und Weise wäscht. Dabei unterscheidet man zwischen drei Arten der rituellen Waschung. Wudu ist dabei die allgemeine Waschung, die am häufigsten gemacht wird und bei denen nur Teile des Körpers gewaschen werden. Ghusl ist die Ganzkörperwaschung, die man in speziellen Fällen benötigt. Tayammum stellt eine Art der Ersatzwaschung dar, für den Fall, dass eine normale Waschung mit Wasser nicht vollzogen werden kann.

Reiner Gebetsplatz

Nachdem die rituelle Reinheit des Körpers hergestellt wurde, werden auch unreine Substanzen (Nadschasa) von Körper, Kleidung und dem Gebetsplatz entfernt. Dies ist eine weitere Bedingung für die Gültigkeit des Gebets. Zu unreinen Substanzen zählen etwa Urin, Kot, Hundespeichel und nach vielen Gelehrten auch Alkohol. Wenn sich eine solche Substanz am Gebetsplatz oder am Betenden selbst befindet, dann muss es vor dem Gebet abgewaschen oder anderweitig entfernt werden.

Das Bedecken der Aura im Gebet

Damit das Gebet gültig ist, müssen auch gewisse Stellen des Körpers bedeckt sein. Diese Stellen heißen Aura und sind bei den Geschlechtern unterschiedlich groß. Beim Mann muss während des Gebets mindestens der Bereich vom Bauchnabel bis zu den Knien bedeckt sein, besser nach Möglichkeit auch die Schultern. Dies ist jedoch nur das absolute Minimum, es ist besser, mehr als dies zu bedecken. Der Muslim sollte sich immer bewusst sein, dass er während des Gebets vor seinem Schöpfer steht. Daher sollte er auf eine angemessene Kleidung achten. Bei der Frau ist der Bereich, den sie im Gebet bedecken muss, größer. Sie bedeckt den gesamten Körper mit Ausnahme der Hände und des Gesichtes. Manche Gelehrten sehen auch die Füße als Bereich an, der nicht bedeckt werden muss. Es ist jedoch sicherer, auch diese zu bedecken, um die Meinungsverschiedenheiten zu vermeiden. Bei Männern sowie bei Frauen sollte die Kleidung, die die Aura bedeckt, nicht zu eng anliegen. Außerdem darf sie auch nicht durchsichtig sein, damit die Formen dieser Körperstellen nicht erkennbar sind.

Der Eintritt der Gebetszeit

Zu den Bedingungen für die Gültigkeit des Gebets gehört auch, dass man das Gebet zu seiner vorgeschriebenen Zeit verrichten muss. Allah sagt im Koran:

„Das Gebet ist den Gläubigen zu bestimmten Zeiten vorgeschrieben.“ [4:103]

Der Zeitraum, in dem das Gebet verrichtet werden muss, muss für die Pflichtgebete unbedingt eingehalten werden. Jedes Pflichtgebet hat eine solche Zeit, die durch den Stand der Sonne berechnet wird und sich daher jeden Tag um etwa eine Minute verändert. Außerhalb dieser Gebetszeiten ist es nicht mehr zulässig, das Gebet zu verrichten. Wurde es vergessen oder verschlafen, stellt das eine Ausnahme dar, jedoch darf das Gebet nicht absichtlich später verrichtet werden. Auch ist es nicht möglich, ein Gebet zu einer früheren Zeit zu beten, um es später nicht mehr tun zu müssen. Es gibt präzise Apps, in denen die Gebetszeiten sehr genau bestimmt werden. Um die Gebetszeiten zu bestimmen, kann man meist auch von der örtlichen Moschee einen Kalender mitnehmen, in dem die Gebetszeiten für den ganzen Monat stehen.

Die richtige Gebetsrichtung (Qibla)

Die Gebetsrichtung der Muslime heißt Qibla. Dies ist die Himmelsrichtung, in der sich die Kaaba in Mekka befindet. Alle Muslime weltweit wenden sich im Gebet in diese Richtung. Auch hierfür existieren gute Apps, die einem die Gebetsrichtung sehr genau anzeigen. Sollte ein Muslim gerade kein Handy und auch keinen Kompass zur Verfügung haben, dann kann man die Richtung in etwa abschätzen.

Die richtige Absicht für das Gebet (Niyya)

Auch die richtige Absicht spielt eine große Rolle dabei, ob das Gebet gültig ist oder nicht. Die Absicht, die Niyya, wird mit dem Herzen gefasst, wenn man sich eine Sache vornimmt. Sie muss also nicht ausgesprochen werden. Daher ist es auch sehr wichtig, zu wissen, welches Gebet man gerade verrichtet. Fasst man die Absicht, das Mittagsgebet zu beten, obwohl es sich um das Nachmittagsgebet handelt, dann muss das Gebet wiederholt werden, da es nicht gültig ist. Dies ist sogar der Fall, wenn der Ablauf des Gebets wie beim Mittags- und Nachmittagsgebet eigentlich der gleiche ist. Die Absicht, die vor dem Gebet gefasst werden muss, muss auch beinhalten, das Gebet allein für Allah zu verrichten. Es darf also nicht gebetet werden, um Familie oder Freunde zu beeindrucken oder um ein anderes weltliches Ziel zu erreichen.

Fazit

Das rituelle Gebet ist neben dem Glauben an einen Gott die wichtigste Säule im Islam. Es bedarf einiger Voraussetzungen und Vorbereitungen, damit es gültig ist. Dabei müssen die betende Person sowie der Platz, an dem gebetet wird, frei von Unreinheiten sein. Außerdem müssen die Gebetsrichtung, die Gebetszeiten und die Kleiderordnung eingehalten werden. Wird das Gebet so durchgeführt, so erwartet den Muslim ein gewaltiger Lohn durch die Vorzüglichkeit dieser Pflicht. Es folgen weitere Artikel, die den Ablauf des Gebets und der dazugehörigen Gebetswaschung näher beschreiben.

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