Die Konversion erklären

17.08.2022

Dieser Artikel fasst die drei Videos: „Den Übertritt erklären: deine Familie“, „Den Übertritt erklären: Wie an die Öffentlichkeit gehen?“ und „Den Übertritt erklären: Das Recht deiner Eltern“ zusammen. Zunächst werden einige allgemeine Tipps gegeben, wie sich der neue Muslim anderen gegenüber verhalten sollte. Es soll gezeigt werden, wie der Übertritt am besten erklärt werden kann und wie in speziellen Situationen gehandelt werden soll. Dies ist speziell auf die nichtpraktizierende Familie des neuen Muslims bezogen. Es wird zusätzlich auf die Rechte der Eltern und ihre spezielle Stellung im Islam eingegangen. Anschließend folgen einige Bittgebete, die der neue Muslim auswendig lernen und anwenden kann.

Die Anfangszeit als Muslim nach der Konversion

Bei den meisten Konvertierten oder auch bei Menschen, die zum Islam zurückgefunden haben, stellt sich zu Anfang eine Euphorie ein. Der Iman ist sehr hoch, die Person ist übermotiviert und möchte ihr Glück und die Schönheit des Islams am besten mit allen teilen. Dies ist etwas natürliches und es ist eine sehr gute Tat, den Islam bekannt machen zu wollen. Doch gerade als neuer Muslim ist es oft schwer, mit der Reaktion der Menschen umgehen zu können. Entgegen der eigenen Vorstellung ist diese nämlich häufig nicht so positiv wie gedacht. Besonders in der heutigen, westlichen Gesellschaft sind die meisten dem Islam gegenüber nicht aufgeschlossen und praktizierende Muslime stoßen im öffentlichen Bild nicht selten auf Ablehnung. So kann es sein, dass ein neuer Muslim voll Stolz und Selbstbewusstsein seine Religion präsentieren will. Auf seine nichtmuslimischen Freunde, die ihn auch vor dem Islam kannten, kann dies jedoch schnell befremdlich wirken. Besonders die Familie des neuen Muslims macht sich oft Sorgen und versteht die Veränderung ihres Angehörigen nicht. Wie sollte also vorgegangen werden, und wie erklärt man seinen Übertritt am besten?

Zunächst einmal muss zwischen verschiedenen Menschen und ihren Situationen unterschieden werden. In den meisten Fällen erlebt der neue Muslim seine erste Zeit nach der Konvertierung als eine, in der er eine große Liebe zum Islam empfindet. Dies bedeutet jedoch nicht, dass jeder seinem Umfeld sofort von seinem Übertritt erzählen will. Es kann viel Mut erfordern, Familie oder Freunde über diesen wichtigen Schritt zu informieren. Diese Aufgabe wird von jedem unterschiedlich schwer wahrgenommen, was auch mit der Einstellung des Umfelds zum Islam zu tun hat. Es ist äußerste Vorsicht geboten, da es auch wichtig ist, lang gehegte Freundschaften und vor allem den Kontakt zur Familie nicht zu zerstören.

Dies sollte den neuen Muslim jedoch nicht verunsichern. Die Entscheidung, den Islam anzunehmen, war die richtige und dass man zum Islam geleitet wurde, ist ein Beweis für die Liebe Allahs. So sagte der Prophet, Friede sei mit ihm:  

„Für wen Allah Gutes wünscht, dem gibt Er Verständnis in der Religion.“  [al-Bukhari]

Man kann sich also dem Wohlwollen Allahs sicher sein, wenn Er einen den richtigen Weg zu Seiner Religion gewiesen hat. Er, der Erhabene, wird auch dafür sorgen, dass sich im Umfeld des neuen Muslims alles zum Guten wendet.

Für die Anfangszeit ist es von großer Bedeutung, ein Umfeld zu haben, das einen unterstützt. Dabei ist der Anschluss an die muslimische Gemeinschaft ein wichtiger Punkt. Ein Ratschlag an den neuen Muslim ist es, sich einen muslimischen Freund zu suchen, der Wissen und Weisheit besitzt. Wird der Umgang mit dem Umfeld zu viel, so gibt es jemanden, dem man sich anvertrauen kann. Handelt es sich bei diesem Freund ebenfalls um einen Konvertiten, so kann er dem neuen Muslim mit seinen eigenen Erfahrungen zur Seite stehen.

Alle anderen, die ebenfalls zum Umfeld zählen, sollten im besten Fall nicht gegen den Islam einer Person arbeiten.

Das Beurteilen der individuellen Situation nach der Konversion

Daher ist es zunächst wichtig, die eigene Situation und die Einstellung des Umfelds zu beurteilen. Dies kann jede Person nur für sich selbst tun, da jeder seine eigene Familie und seine Freunde am besten kennt. Es ist zu beachten, dass es oftmals zu einer Fehleinschätzung der Reaktion des Umfelds kommt. Durch die Euphorie und die Liebe zum Islam des Neukonvertierten glaubt dieser oft, mit jeder Reaktion und auch mit Ablehnung problemlos umgehen zu können. Tatsächlich sind jedoch die negative Reaktion der Familie und damit einhergehende Probleme einer der häufigsten Gründe für das Ablassen von der Religion bei Konvertiten. Dem Druck, der durch das Umfeld entsteht, kann irgendwann nicht mehr standgehalten werden, besonders, wenn keine unterstützende Gemeinschaft vorhanden ist.

Nach der Annahme des Islams sollte die Konzentration auf dem Erlernen der Religion und den gottesdienstlichen Handlungen liegen. Menschen, die ihren Übertritt zu früh öffentlich machen, können dadurch stark verunsichert werden. Das Wissen über die Religion ist noch nicht tief und anstelle von Freude und Inspiration treten nun Streit und Argumente gegen den Islam. Den Übertritt unmittelbar nach der Konversion zu verkünden ist keine Bedingung für den Islam einer Person. So gab es einen Gefährten des Propheten, Friede sei mit ihm, namens Muawiyah b. Abi Sufyan. Seine Eltern waren strikt gegen den Islam, weshalb er sich entschied, seinen Übertritt zunächst zu verheimlichen. Er wartete auf einen Moment, in dem es passend sein würde, seine Entscheidung zu verkünden. Schließlich machte er seinen Islam bei der Eroberung Mekkas zusammen mit seinem Vater vor dem Propheten Muhammad, Friede sei mit ihm, öffentlich.

So kann ein neuer Muslim es bevorzugen, mit der Verkündung seines Übertritts zu warten, bis er im Glauben erstarkt ist und mehr Wissen besitzt. Selbst vor der Familie kann der Übertritt so verheimlicht werden, solange ein Weg gefunden wird, die fünf täglichen Gebete zu verrichten. In manchen Fällen kann das Verheimlichen des neuen Glaubens ein schlechter Rat sein, da die Familie sich dadurch verletzt fühlen könnte. Dies ist besonders dann der Fall, wenn die Gefahr besteht, dass das Umfeld durch andere von dem Übertritt erfährt. Auch, wenn ein sehr gutes Verhältnis zu den Eltern besteht und mit ihnen üblicherweise über alles geredet werden kann, kann es ratsam sein, sie schnell zu informieren. Die Entscheidung, wann dies getan werden sollte, ist jedoch immer individuell und unter Abwägung der zu erwartenden Reaktion zu treffen.

Hier kann jedoch auch gesagt werden, dass der Aufbau einer gewissen Selbstsicherheit ebenso wichtig ist wie die Vorsicht in diesem Thema. Der Islam schenkt dem Menschen eine neue Lebenseinstellung sowie eine positive Haltung. Daher sollte der Muslim sich durch Kritik oder Ablehnung nicht entmutigen lassen. Auch wenn das Umfeld schroff und abweisend reagiert, so sollte man dies entschuldigen und verständnisvoll und selbstbewusst darauf reagieren. Nach einiger Zeit kann das Gespräch abermals gesucht werden.

Das Informieren der Familie über deine Konversion

Auf das Informieren der eigenen Familie über die Annahme des Islams folgt oftmals eine verständnislose oder sogar negative Reaktion. Dabei gilt es zu verstehen, dass die negativen Reaktionen häufig ein Resultat aus Ängsten sind, die in der Gesellschaft geschürt werden. Außerdem können Eltern, die selbst nicht besonders religiös oder sogar atheistisch sind, die Entscheidung oft nicht nachvollziehen. Eltern, die selbst einer anderen Religion angehören und diese auch ausleben, sehen den Übertritt zum Islam teilweise als einen Verrat an der eigenen Religion oder Tradition an. Beidem kann jedoch entgegengewirkt werden, in dem man den Islam von der besten Seite präsentiert.

Meist handelt es sich bei negativen Reaktionen auf den Übertritt nicht um Islamophobie, sondern schlicht um eine Angst vor dem Unbekannten. Deswegen kann es von Vorteil sein, einen rhetorisch begabten Muslim mit zu den Eltern zu bringen, der ihnen den Islam auf eine schöne Art und Weise präsentiert. Dies ist besonders dann ratsam, wenn der neue Muslim selbst noch über wenig Wissen in der Religion verfügt und diese seinen Eltern schlecht selbst erklären kann. Auch kann es helfen, dass die Familie die „neuen Freunde“ selbst kennen lernt, um von Anfang an zu zeigen, dass es sich bei der muslimischen Gemeinschaft keineswegs um eine Terrororganisation handelt. MuslimNow, eine Organisation aus England, die neue Muslime betreut, rät als ersten Schritt, den Kontakt zu den Eltern auszubauen. Dies ist verständlich, denn reißt der Kontakt ab, schieben die Eltern dieses Verhalten häufig auf den Islam, was ihr Bild von der Religion noch verschlechtert. Im Gegensatz dazu erklären Eltern sich einen verbesserten Kontakt zu ihrem Kind möglicherweise damit, dass sein neues Umfeld und der Islam einen guten Einfluss auf es haben. Daher gilt es, den Besuch oder zumindest den Kontakt mit den Eltern in der Anfangszeit nicht zu vernachlässigen.

Ein guter Anfang, mit den Eltern über die Konvertierung zu sprechen, ist es, ein tiefes Gespräch über die Vergangenheit zu führen. Dabei sollten die Dankbarkeit gegenüber den Eltern sowie schöne Erinnerungen erwähnt werden. Es bietet sich zu dieser Gelegenheit auch an, sich für Vergangenes zu entschuldigen. Ein solches Gespräch zeigt den Eltern, dass der neue Muslim eine gewissenhafte und erwachsene Person ist. So verstehen sie, dass der Übertritt gut durchdacht wurde und nicht nur eine Phase ist, da der neue Muslim sich im Gesamtbild als eine verantwortungsvolle Person präsentiert, die sich ihrer Handlungen bewusst ist. Für die Entscheidung für den Islam sollten entscheidende Gründe angegeben werden, die für die Angehörigen nachvollziehbar sind. Außerdem sollte ihnen deutlich gemacht werden, dass die neue Religion nichts am Verhältnis zu ihnen ändern wird.

Auch hier sollte je nach Charakter der Angehörigen entschieden werden, welche Vorgehensweise die beste ist. Bei Eltern, die jegliche Entscheidung ihrer Kinder jederzeit voll unterstützen, kann direkter auf die Tatsachen eingegangen werden. Es ist jedoch immer empfehlenswert, sie zunächst wissen zu lassen, dass man sich über den Islam informiert hat und daran interessiert ist. Dadurch kann man auch ein Gespür dafür entwickeln, wie sie einem Übertritt allgemein entgegenstehen würden. In manchen Situationen bietet es sich an, den Eltern zunächst in einem Brief oder einer E-Mail über die Konvertierung zu berichten. Das persönliche Gespräch ersetzt dies nicht, jedoch kann es dem neuen Muslim leichter fallen, die Neuigkeiten so zu überbringen. Außerdem lässt dies der Familie etwas Zeit, alles zu verarbeiten, bevor man sich persönlich gegenübersteht.

Besonders wichtig ist es, dass der neue Muslim sich nicht auf religiöse Debatten einlässt und auch die Religion der Eltern nicht schlecht redet. Begegnen sie ihm mit Beleidigungen und Verurteilungen, so sollte er in seiner muslimischen Identität selbstsicher und geduldig sein. Hier ist es angebracht, sich an die Geschichten der Propheten zu erinnern, welche noch schlimmeren Anfeindungen ausgesetzt waren. Sind die Argumente der Eltern eher Befürchtungen wie die Angst vor Terrorismus oder der Unterdrückung der Frau, so kann je nach Wissensstand darauf geantwortet werden. Dies kann auch von einer wissenderen Person aus dem Freundeskreis übernommen werden. Ist der Wissensstand des neuen Muslims noch nicht genug ausgereift, so entschuldigt er sich und gibt zu, dass ihm in diesem Punkt das Wissen noch fehlt.

Es ist nicht angebracht, auf die Familie einen Druck aufzubauen, dass sie ebenfalls konvertieren sollen. Dies stößt sie in den meisten Fällen eher ab. Stattdessen sollten Bittgebete für die Rechtleitung der Familie gesprochen werden. Wie hilfreich das Bittgebet für solche Belange ist, zeigt die Geschichte des Gefährten Abu Hurairah, die in Sahih al-Bukhari überliefert wurde. In der Überlieferung erzählt Abu Hurairah: „Ich pflegte meine Mutter zum Islam einzuladen, als sie noch eine Polytheistin war. Eines Tages rief ich sie zum Islam und sie sagte etwas über den Gesandten Allahs, was mich verärgerte. Ich ging in Tränen zum Gesandten Allahs und sagte: ‚O Gesandter Allahs, ich habe meine Mutter zum Islam gerufen und sie lehnte ab. Heute rief ich sie erneut und sie sagte etwas über dich, was mich verärgerte. Bete zu Allah, meine Mutter rechtzuleiten.‘ So sagte der Gesandte Allahs: ‚O Allah, leite die Mutter Abu Hurairahs recht.‘

Abu Hurairah ging mit der Hoffnung auf das Gebet des Propheten nach Hause und er sagte:  „Als ich nach Hause kam sah ich, dass die Tür offenstand. Meine Mutter hörte meine Schritte und sagte: ‚Bleib wo du bist, Abu Hurairah!‘ Er konnte das Geräusch von Wasser hören. Sie wusch sich, zog sich an und setzte ihre Kopfbedeckung auf. Dann öffnete sie die Tür und sagte: ‚O Abu Hurairah, ich bezeuge, dass es keinen Gott gibt, der die Anbetung verdient, außer Allah, und ich bezeuge, dass Muhammad Sein Diener und Gesandter ist.‘

Abu Hurairah lief in Freudentränen zurück zum Gesandten Allahs und sagte: „O Gesandter Allahs, eine frohe Botschaft! Allah hat dein Gebet erhört und meine Mutter rechtgeleitet.“ [al-Bukhari]

Das Bittgebet ist eines der vorzüglichsten Dinge, die der Muslim für seine nichtmuslimischen Verwandten tun kann. Gute muslimische Tugenden wie die Großzügigkeit können ebenfalls gezeigt werden, in dem den Eltern Geschenke gemacht werden und je nach Situation erklärt wird, dass dies im Islam eine gute Tat ist. Ein vorbildliches Verhalten führt viel eher dazu, dass die Familie oder auch Freunde dazu bewegt werden, selbst zu konvertieren. Legt der neue Muslim diese Tugenden an den Tag, auch wenn sein Umfeld ihn zunächst abstößt, so kann dies auch dazu führen, dass sie anschließend wieder Kontakt zu ihm aufnehmen.

Das Recht der Eltern auch nach der Konversion

Von großer Wichtigkeit ist es auch in der Anfangszeit, über die Rechte zu lernen, die den Eltern im Islam gegeben werden. Diese gelten auch für nichtmuslimische Eltern. Ihnen diese Rechte zu geben, ist zunächst eine Pflicht im Islam, führt jedoch auch häufig dazu, dass sie den Übertritt als weniger schlimm auffassen.

Eines der wichtigsten und allgemeinsten Rechte der Eltern ist die Güte ihnen gegenüber. So sagt Allah, der Erhabene im Koran:

„Und Wir haben dem Menschen anbefohlen, zu seinen Eltern gütig zu sein.“ [46:15]

Die Güte den Eltern gegenüber stellt eine Art des Gehorsams gegenüber Allah und Seinem Propheten dar. Allah war es, der den Menschen dies anbefohlen hat und folglich muss dieser Befehl von den Muslimen umgesetzt werden. Dafür wird man jedoch auch im Jenseits reichlich belohnt. Zu der Güte den Eltern gegenüber zählt es, Dankbarkeit für die Opfer, die sie für die Erziehung ihrer Kinder brachten, zu zeigen. Die Fürsorge, die sie ihren Kindern entgegenbrachten, sollte mit Respekt und Ehrung erwidert werden. Ein solches Verhalten baut Freundschaft und Liebe innerhalb einer Familie auf, was nach dem Übertritt zum Islam besonders wichtig ist. Es sollte verhindert werden, dass die Eltern sich durch den neuen Lebensstil ihres Kindes ausgeschlossen fühlen. Die Güte ihnen gegenüber kann auf viele Arten erfüllt werden. Eltern sind häufig glücklich, wenn ihre Kinder sie in die Entscheidungen mit einbeziehen und sie um Rat bei ihren Angelegenheiten fragen. Dies zeigt ihnen, dass ihre Kinder sie schätzen und sie immer noch brauchen. Daher ist es ratsam, zu befolgen, was die Eltern sagen, soweit dies nicht gegen die islamischen Gesetze verstößt. Im Koran wird darüber gesagt:

„Wenn sie sich aber darum bemühen, dass du Mir das beigesellst, wovon du kein Wissen hast, dann gehorche ihnen nicht, doch geh mit ihnen im Diesseits in rechtlicher Weise um.“ [31:15]

Dem Islam nicht entgegenzuhandeln hat einen höheren Stellenwert als der Gehorsam den Eltern gegenüber. In der Anfangszeit nach dem Übertritt kann es durchaus vorkommen, dass der neue Muslim mit solchen Situationen konfrontiert wird. Der beste Ratschlag diesbezüglich ist es, dies nach Möglichkeit zu umgehen. Laden die Eltern zum Essen ein, wobei keine Gerichte vorhanden sind, die halal sind, so kann gesagt werden, dass man keinen Hunger hat. Zumindest sollte versucht werden, die Eltern nicht zu verletzen, jedoch ohne die Grenzen Allahs zu überschreiten. Das Gehorchen in allen anderen Dingen jedoch stellt ein Mittel für den Eintritt ins Paradies dar und ist auch ein Grund dafür, dass die eigenen Kinder einem gehorchen werden.

Sturheit, Streit und das Zeigen des Missfallens den Eltern gegenüber sollten in jedem Fall vermieden werden. Stattdessen sollte der Muslim ihnen respektvoll, freundlich und geduldig entgegentreten. Regelmäßige Besuche und kleine Geschenke machen sie glücklich. Nach Möglichkeit sollte man versuchen, ihre Wünsche zu erfüllen, Zeit mit ihnen zu verbringen und stets dankbar zu sein. Schon ein lächelndes Gesicht ihnen gegenüber ist eine gute Tat. Auch das Bittgebet um ihre Rechtleitung ist von großer Bedeutung.

Bittgebete für den konvertierten Muslim

Das Bittgebet, etwa für die Rechtleitung anderer oder für die Erleichterung, kann auf jede Sprache und in jeder Lage gesprochen werden. Allah, der Erhabene, sagt im Koran:

„Suche Hilfe in Geduld und dem Gebet.“ [2:45]

Diese beiden Dinge geben dem neuen Muslim Kraft für sämtliche Schwierigkeiten. Zunächst nannte Er die Geduld. Diese erlangt der neue Muslim, in dem er versteht, dass alle Schwierigkeiten letztendlich nur eine Prüfung sind und dass diese ihn im Glauben und im Vertrauen zu Allah bestärken. Sie lehren ihm, sich alleine auf Allah zu verlassen und ihn um Hilfe zu bitten. Eine Aussage des Propheten, Friede sei mit ihm, hilft ebenso bei der Geduld:

„Die Lage des Gläubigen ist wunderbar. Alle seine Angelegenheiten sind gut für ihn, und dies ist bei niemandem so, außer dem Gläubigen. Wenn er von etwas Erfreulichem getroffen wird, ist er dankbar, und durch die Dankbarkeit wird es gut für ihn. Und wenn er von etwas Schlechtem getroffen wird, ist er geduldig, und durch die Geduld wird es gut für ihn.“ [Muslim]

Das Bittgebet des neuen Muslims kann also beinhalten, dass Allah ihm seine Angelegenheiten erleichtern soll und ihm Kraft gibt. Man kann um Standhaftigkeit und Ruhe bitten oder darum, dass die Eltern die Neuigkeiten gut aufnehmen. Zusätzlich zum Bittgebet, dass jeder Muslim selbst aus seinem Herzen heraus spricht, gibt es auch Bittgebete, die der Prophet, Friede sei mit ihm, empfohlen hat. Diese sollen im Folgenden aufgeführt werden. Zunächst das folgende Bittgebet:

„Oh Allah, es ist Deine Gnade, auf die ich hoffe, so überlasse mich nicht für einen Augenblick meinen Angelegenheiten. Niemand hat das Recht auf Anbetung außer dir.“ [Abu Dawud]

Dieses Bittgebet wird für die Unterstützung Allahs in allen Belangen gesprochen. Es ist für alle Muslime und jederzeit nützlich.

Ein weiteres Bittgebet beinhaltet die Bitte um Standhaftigkeit. Ihm liegt eine Überlieferung zugrunde, in der der Prophet, Friede sei mit ihm, sagte: „Die Herzen der Kinder Adams liegen zwischen den Fingern des Barmherzigen, und Er leitet sie, wie Er will.” [Ahmad]

Dies bedeutet, dass es Allah, der Erhabene ist, der die Herzen der Menschen Seiner Religion zu- oder abwendet. Daher ist eines der Bittgebete, das der Prophet, Friede sei mit ihm, häufig sprach:

„O Wandler der Herzen, mache mein Herz standhaft in Deiner Religion.“ [at-Tirmidhi]

Auch die Zweifel am Glauben mögen einen neuen Muslim teilweise beschäftigen. In einer solchen Situation sollte man Zuflucht bei Allah suchen und sich daran erinnern, dass man sich auf dem Weg der Religion der Propheten befindet. Ein passendes Bittgebet ist hier:

 „Ich bin zufrieden mit Allah als unseren Herrn, und mit dem Islam als unsere Religion und mit Muhammed als unseren Propheten – Friede sei mit ihm.“

Es existieren zahlreiche andere Bittgebete, die ebenfalls nützlich sind. Diese können etwa aus dem Hisnul Muslim, einem Büchlein für Bittgebete, entnommen werden. Der Hisnul Muslim kann auch online und als App gefunden werden.

Fazit

Die Art und Weise, wie und wann die Familie und das Umfeld über die Konvertierung informiert werden, ist von Situation zu Situation unterschiedlich. In jedem Fall sollten das Recht der Eltern und die muslimischen Tugenden auch im Umgang mit Nichtmuslimen beachtet werden. Besonders durch die gute Behandlung und das vorbildliche Benehmen ist es nämlich, dass das Umfeld oftmals den Islam positiver wahrnimmt. Dies kann sogar dazu führen, dass aus dem Umfeld eines neuen Muslims andere Personen ebenfalls konvertieren. Es gilt jedoch, den anderen Zeit zu geben, Diskussionen aus dem Weg zu gehen und dennoch den Kontakt allzeit aufrecht zu erhalten. Verhält man sich auf diese Weise, so ist einem meist auch das Umfeld positiv gestimmt.

 

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