Das Gebet für Fortgeschrittene

das gebet 26.09.2022

Dieser Artikel fasst die Videoreihe „Das Gebet für Fortgeschrittene“ zusammen. Es enthält Informationen aus den Videos „Gebet für Fortgeschrittene“, „Aussprüche im Gebet- al-Fatiha", „Aussprüche im Gebet: Tashahud“ und „Aussprüche im Gebet: Segenswünsche“.

Die Beschreibung des Gebets in diesem Artikel eignet sich für Muslime, die den Bewegungsablauf des Gebets bereits verinnerlicht haben. Nun kommen die arabischen Gebetstexte hinzu. Am Ende finden sich hier die ungefähren deutschen Übersetzungen dieser Texte. Bis man alle diese Passagen auswendig kann, bietet es sich an, diese von einem Blatt oder dem Handy abzulesen. Werden sie ins Gebet eingebaut, so ist es durch die Regelmäßigkeit einfach, diese schnell auswendig zu lernen. Manchen hilft es auch, sich die deutsche Übersetzung des Gesagten zu merken. Die korrekte Aussprache des Arabischen kann der neue Muslim mithilfe von Videos, etwa aus dem Beginnerkurs, erlernen. Die Art, wie der arabische Text hier umgeschrieben wurde, ist jedoch ziemlich genau die Art, wie die Worte ausgesprochen werden.

Es existieren zusätzlich weitere Texte, die im Gebet gesagt werden können. Bei diesen handelt es sich jedoch um freiwillige gute Taten, die in einem anderen Artikel behandelt werden.

Der Ablauf des Gebets

Der Ablauf des Gebets mit den Gebetstexten ist wie folgt:

1) Man stellt sich aufrecht in Richtung Qibla, hebt die Hände und sagt dabei „Allahu Akbar“ Damit eröffnet man das Gebet.

2) Nun werden die Hände auf der Brust oder auf dem Bauch aufeinandergelegt. Die rechte Hand verdeckt dabei die linke Hand.

3) Anschließend nimmt man Zuflucht bei Allah vor dem Teufel (Sheytan), in dem man folgende Worte sagt: „Aʿudhu billahi minasch-schaitanir-radschiem.“

4) In der aufrechten Haltung rezitiert man nun die erste Sure im Koran: al-Fatiha (die Eröffnende). Diese klingt wie folgt:

Bismillahi-r-rahmani-r-rahiem! (1)

alhamdu-lillahi rabbil ʿalamien, (2)

ar-rahman-ir-rahiem, (3)

maliki yaumid-dien. (4)

iyyaka na‘budu wa iyyaka nasta‘ien. (5)

ihdinas-siratal-mustaqiem, (6)

siratal-ladhina anʿamta ʿalaihim, ghairil-maghdubi ʿalaihim, waladdalien.“ (7)

Die Zahlen hinter den Zeilen repräsentieren die Verse im Koran. Nachdem man diese Sure rezitiert hat, sagt man laut: Amin. Es folgt eine weitere Sure aus dem Koran, dies ist jedoch freiwillig und wird in einem weiteren Artikel näher behandelt.

5) Nun sagt man „Allahu Akbar“ und begibt sich in die Verbeugung. Dabei beugt man den Oberkörper nach vorne, wobei der Rücken gerade bleibt. Die Hände umgreifen die Knie. In dieser Position spricht man dreimal die Worte: „Subhana rabbiya-l ʿadhiem“.

6) Anschließend richtet man sich wieder auf, wobei man spricht: „samiʿAllahu liman hamida“. Kommt man wieder in der aufrechten Haltung an, sagt man: „rabbana wa laka-l-hamd“.

7) Jetzt sagt man „Allahu Akbar“ und wirft sich nieder, wobei man mit den Knien, den Handflächen, der Stirn, Nase und den Fußspitzen den Boden berührt. Die Füße werden dabei an den Zehen abgestützt und nicht auf den Boden abgelegt. In dieser Position sagt man dreimal: „Subhana rabbiya-l-aʿla“.

8) Daraufhin richtet man sich aus der Niederwerfung auf, wobei man „Allahu Akbar“ sagt. In der sitzenden Haltung legt man die Hände auf den vorderen Teil des Oberschenkels und sagt zweimal: „rabbi-ghfir li“.

9) Danach sagt man wieder „Allahu akbar“ und wirft sich ein zweites Mal nieder. In der Position der Niederwerfung sagt man abermals: „subhana rabbiya-l-aʿla“.

10) Mit den Worten „Allahu akbar“ stellt man sich wieder aufrecht hin und betet die nächste Raka.

Dies ist der Ablauf einer Gebetseinheit. Nach Schritt 10 wird erneut die Fatiha rezitiert und alle weiteren Schritte wiederholen sich.

11) Nach der zweiten Niederwerfung in der zweiten Gebetseinheit, also nach Schritt 9), steht man jedoch nicht auf, sondern begibt sich mit den Worten „Allahu Akbar“ in die sitzende Haltung. Diese Haltung wird at-Taschahhud genannt, nach dem Gebetstext, der hier rezitiert wird. Die bekannteste Version dieses Textes ist die folgende:

Attahiyyatu lillahi wassalawatu wattayyibatu. assalamu ʿalaika ayyaha n-nabiyyu wa rahmatullahi wa barakatuh. assalamu ʿalaina wa ʿala ʿibadillahi-s-salihien. aschhadu an la ilaha illallah, wa aschhadu anna muhammadan ʿabduhu wa rasuluh.“

Der Taschahhud wird jeweils in den geraden Gebetseinheiten, also in der zweiten und der vierten Raka, gesagt. Beim Abendgebet wird er zusätzlich in der dritten Einheit gesprochen.

12) Verrichtet man ein Gebet mit mehr als zwei Gebetseinheiten, steht man nun mit „Allahu Akbar“ wieder auf. Anschließend verrichtet man die restlichen Gebetseinheiten genau wie die vorherigen. Ist das Gebet jedoch beendet, so bleibt man sitzen und liest die Segenswünsche für den Propheten:

„Allahumma salli ala Muhammad wa ala ali Muhammad kama sallaita ala Ibrahim wa ala ali Ibrahim, innaka hamidun madschid. Allahumma barik ala Muhammad wa ala ali Muhammad kama barakta ala Ibrahim wa ala ali Ibrahim. Innaka hamidun madschid.“

Dieses Bittgebet wird immer am Ende der letzten Gebetseinheit in der sitzenden Position gesprochen, nach dem Taschahhud. Beim Morgengebet wird es also nach der zweiten, beim Abendgebet nach der dritten und bei allen anderen Gebeten nach der vierten Einheit gesprochen.

13) Zum Abschluss des Gebets wendet man nun sein Gesicht nach rechts, wobei man sagt: „As-salamu ʿalaikum wa rahmatul- lah“. Anschließend dreht man das Gesicht nach links und sagt wieder „As-salamu ʿalaikum wa rahmatul- lah“, um das Gebet zu beenden.

Mit dieser Anleitung betet man ein vollständiges Gebet mit allen verpflichtenden Aspekten. Andere Bittgebete und weitere Suren lernt man, wenn man das Gebet bereits beherrscht. Die anschließenden Kapitel zeigen die deutsche Bedeutung der Gebetstexte.

Übersetzung: al-Fatiha

Die Fatiha ist die erste Sure aus dem Koran. Sie wird zu Beginn jeder Gebetseinheit rezitiert. Die Bedeutung des Textes ist wie folgt:

Bismillahi-r-rahmani-r-rahiem. – Mit dem Namen Allahs, des Allerbarmers, des Barmherzigen.

Alhamdu-lillahi rabbil ʿalamien, - Alles Lob gebührt Allah, dem Herrn der Welten,

ar-rahman-ir-rahiem, - dem Allerbarmer, dem Barmherzigen,

maliki yaumid-dien. -dem Herrscher am Tage des Gerichts.

iyyaka naʿbudu wa iyyaka nastaʿien. – Dir (allein) dienen wir, und Dich (allein) bitten wir um Hilfe.

ihdinas-siratal-mustaqiem, - Führe uns den geraden Weg,

siratal-ladhina anʿamta ʿalaihim, ghairil-maghdubi ʿalaihim, waladdalien. – den Weg derer, denen Du Gnade erwiesen hast, nicht (den Weg) derer, die (Deinen) Zorn erregt haben, und nicht (den Weg) der Irregehenden.

Übersetzung: Taschahhud

Der Taschahhud enthält die Schahada, das islamische Glaubensbekenntnis. Außerdem sind andere Bittgebete enthalten. Der Text bedeutet auf Deutsch:

Attahiyyatu lillahi wassalawatu wattayyibatu. – Alle Grüße, Gebete und gute Taten sind an Allah gerichtet

assalamu ʿalaika ayyaha n-nabiyyu – Friede sei mit dir, Oh Prophet

wa rahmatullahi wa barakatuh. – und die Barmherzigkeit und der Segen Allahs.

Assalamu ʿalaina wa ʿala ʿibadillahi-s-salihien. – Friede sei mit uns und den frommen Dienern Allahs

aschhadu an la ilaha illallah, - Ich bezeuge, dass es keinen Gott außer Allah gibt

wa aschhadu anna muhammadan ‘abduhu wa rasuluh. – und ich bezeuge, dass Muhammad Sein Diener und Gesandter ist.

Übersetzung: Segenswünsche

Die Segenswünsche auf den Propheten werden vor der Beendigung des Gebets gesprochen. Auf Deutsch haben sie die folgende Bedeutung:

Allahumma salli ala muhammad wa ala ali muhammad – Oh Allah, schenke Muhammad Heil und der Familie Muhammads

kama sallaita ala ibrahim wa ala ali ibrahim, - wie Du Ibrahim und der Familie Ibrahims Heil geschenkt hast.

innaka hamidun madschid. – Du bist gewiss lobenswert, rühmenswert.

Allahumma barik ala muhammad wa ala ali muhammad – Oh Allah, segne Muhammad und die Familie Muhammads

kama barakta ala ibrahim wa ala ali ibrahim. – wie du Ibrahim und die Familie Ibrahims gesegnet hast.

Innaka hamidun madschid. –  Du bist gewiss lobenswert, rühmenswert.

Anmerkungen

Mit diesen Gebetstexten verrichtet man ein vollständiges und gültiges Gebet. Andere Aspekte des Gebets sind nicht verpflichtend. Dennoch sollte der Muslim bestrebt sein, auch einige der kürzeren Suren, also Kapiteln des Koran, auswendig zu lernen. Dies kann man jedoch machen, so bald man sich mit dem Gebet sicher fühlt. Regelmäßiges Nachlesen der Texte hilft dabei, Fehler zu vermeiden, die sich mit der Zeit gerne einschleichen. Der nächste Artikel „Das Gebet für Profis“ wird noch einige freiwillige Taten im Gebet erklären.

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